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Das Haus Saargau

Zum Scheidberg 11, 66798 Wallerfangen-Gisingen

Das Haus Saargau

Zum Scheidberg 11
66798 Wallerfangen

Öffnungszeiten

Mo – Mi: 14 – 17 Uhr

Do & Fr: 10 – 12 Uhr

So & Feiertag: 14 – 17 Uhr

Samstag geschlossen

Ihre Ansprechpartnerin vor Ort:

Beatrix Leinen

06837 912 762

 

Haus Saargau und seine Geschichte

 

1993 hat der Landkreis Saarlouis das leer stehende und in schlechtem Zustand befindliche Haus Saargau erworben, stilecht renoviert und 1998 feierlich als Lothringisches Bauernhausmuseum eröffnet. Inzwischen hat sich das Haus zu einem dynamischen Kulturort mit vielseitigem Jahresprogramm entwickelt. In den Straßenzug eingebunden führt Haus Saargau die ursprüngliche Bauweise der Region vor Augen. Es trägt entscheidend mit zum Charme des Dorfes bei und ist ein gelungenes Beispiel für den Erhalt regionaler Baukultur.

Prägend für den Saargau ist seine Lage im ehemals selbstständigen Herzogtum Lothringen. Die sogenannten Lothringer Bauernhäuser sind dabei charakteristisch für die Region. Hierbei handelt es sich um einen Haustyp, der vorwiegend zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert gebaut wurde. Im Saarland findet sich dieser nur in den Gebietsteilen, die einst zum Herzogtum Lothringen gehörten, so im Landkreis Saarlouis und auch in Teilen des Landkreises Merzig-Wadern.

Die heute im Saarland noch erhaltenen Lothringer Bauernhäuser stammen überwiegend aus dem 19. Jahrhundert. Nur noch wenige, wie Haus Saargau, datieren ins 18. Jahrhundert. Die Lothringer Bauernhäuser stehen stets mit dem First parallel zur Dorfstraße, so dass eine Traufseite die Vorderseite ist. Durch den direkten Anschluss der Nachbarhäuser entstehen entlang der Straßen geschlossene Häuserzeilen.

Die gewaltigen Einhäuser vereinten Wohn- und Wirtschaftsteil, Mensch und Tier unter einem Dach und traten an die Stelle der im Dreißigjährigen Krieg üblichen Streuhöfe, die aus mehreren einzeln stehenden Gebäuden bestanden. Typische Merkmale dieses Haustyps sind die flache Dachneigung, die Dacheindeckung mit Hohlziegeln (Mönch-Nonne), das über dem Obergeschoss befindliche Drempelgeschoss, ein Halbgeschoss mit Luftluken zur Lagerung von Getreide und Frucht, der Pfettendachstuhl, die Tiefengliederung des Baukörpers sowie eine geschlossene Bauweise. Alle Einhäuser besitzen sowohl einen Getreidespeicher als auch einen Keller. Der Wirtschaftsbereich setzt sich aus Scheune und Stallung zusammen.

Das Baumaterial des Mauerwerks besteht aus lokalem Baumaterial und ist typischerweise verputzt. Tür- und Fensterleibungen sind sowohl farblich als auch plastisch hervorgehoben und die Fenster mit Holzklappläden versehen. Steht man vor der Außenfassade, so ist das Haus von vorne nach hinten in einen Wohnbereich und einen daneben angeordneten Wirtschaftsbereich geteilt, quer zum First. Man bezeichnet diese Häuser daher auch als quergeteilte Einhäuser bzw. Quereinhaus. Die starke Tiefengliederung bedingt im Inneren des Hauses die charakteristische Dreiraumtiefe von Stube, Küche und Kammer. Hierbei war die ursprünglich fensterlose Küche stets mittig angeordnet, um mit Hilfe von Harsch und Takenschrank die angrenzenden Räume mit zu heizen.

Haus Saargau ist heute Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen, von Workshops über Lesungen und Vorträge sowie wechselnde Kunstausstellungen bis zum stimmungsvollen Adventsmarkt. Auch der Naturpark Saar-Hunsrück hat hier eine Informationsstelle. Über das ganze Jahr verteilt finden in Kooperation mit Haus Saargau spannende Wanderungen und Workshops für die ganze Familie statt.

Das Museum

Das Museum

 

Das Museum

 

Während in Stallung, Scheune und Heuboden wechselnde Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträgen und Kunstausstellungen stattfinden, ist im ältesten, zwischen 1735 und 1750 erbauten, Teil des Hauses das bäuerliche Kleinmuseum auf. Schwerpunkt der Museumsräume im Erdgeschoss des Hauses ist die sogenannte Pinck´sche Sammlung.

Hierbei handelt es sich um aufwendig restauriertes historisches Mobiliar aus dem 18. Jahrhundert. Seinen Namen verdankt diese Sammlung Abbé Dr. Louis Pinck, der katholischer Priester der Diözese Metz und Volkskundler war. Sein Lebenswerk ist eine Liedersammlung, die vor 1870 entstandene Volkslieder aus dem deutsch-französischen Sprachgebrauch umfassen. Die sogenannten Verklingenden Weisen sind eine fünfbändige, mit Holzschnitten Lothringischer Künstler geschmückte Sammlung lothringischer Volkslieder (1926-1940). Um diese Volkslieder wieder ins Gedächtnis zu rufen, schreiben der Saarländische Chorverband und der Saarländische Rundfunk übrigens seit 1998 einen Kompositionswettbewerb für Chormusik aus.

Als begeisterter Sammler volkskundlicher Gegenstände trug Pinck eine Sammlung altlothringischer Möbel zusammen, die nach seinem Tod in den Besitz des Saarlandmuseums Saarbrücken überging. Ursprünglich soll sie als Museumsstube, als Lothringer Zimmer, in seinem Hambacher Pfarrhaus untergebracht gewesen sein. Seit 1998 schmücken diese Möbel nun als Dauerleihgabe die Bauernstuben des Lothringischen Bauernhausmuseums Haus Saargau.

Die Bauernstuben und das Haus selbst, das sich über die Jahrhunderte hinweg verändert hat, erzählen Geschichten und geben Einblick in die Lebensweise zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert.

Kamin-, Ofen und Takenplatten

Kamin-, Ofen und Takenplatten

 

Die Sammlung Kremer

 

In Scheune und Stallung, die im 19. Jahrhundert entstanden sind, werden in einer Dauerausstellung Kamin-, Ofen- und Takenplatten mit sowohl heraldischen als auch mythologischen Darstellungen gezeigt. Sie sind wichtige Zeugnisse der Lebensweise und Kultur unserer Vorfahren und zugleich Zeugen einer hochentwickelten Kunst des Eisengusses, wie sie in zahlreichen kleinen und größeren Eisengießereien im Saarland, in Lothringen, in der Eifel und in der Pfalz gepfl egt wurde. Bereits im 16. Jahrhundert lieferten diese Gießereien ihre Produkte sowohl in einfache Bauernhäuser als auch in vornehme Bürgerhäuser und Schlösser. Die im Haus Saargau ausgestellten Kamin-, Ofen- und Takenplatten datieren ab dem 17. Jahrhundert und sind eine Dauerleihgabe von Wolfgang Kremer. Im Stall finden nicht nur Lesungen und Vorträge statt: In uriger Atmosphäre können sich hier Paare standesamtlich trauen lassen.

Kunst im Bauernhaus

Kunst im Bauernhaus

 

Kunst im Bauernhaus

 

Scheune, Heuboden, Fruchtspeicher und Garten bilden den atmosphärischen Rahmen für wechselnde Kunstausstellungen vor allem regionaler Künstlerinnen und Künstler. Das Repertoire der ausgestellten Arbeiten ist breit gefächert und reicht von Skulpturen, Gemälden und Keramiken bis zur Grafik, Fotografie und traditionsreichem Handwerk wie etwa kunstvollen Drechselarbeiten.

Auf dem ehemaligen Fruchtspeicher des Bauernhauses geben die Mitglieder des Kunst Forum Saarlouis in einer Dauerausstellung Einblicke in ihr vielfältiges Schaffen. Die Ausstellung mit wechselnden Kunstwerken des Kunst Forum Saarlouis ist jährlich von Frühjahr bis Herbst zu sehen.

Haus Saargau soll den Kunstschaffenden Ort des gedanklichen Austauschs, Ideenschmiede sowie Treffpunkt sein und Gästen Kulturgenuss in besonderem Ambiente bieten. Herzlich willkommen!

Informationen zum LEADER-Projekt

„Ausbau des Lothringischen Bauernhausmuseums Haus Saargau zu einem dynamischen Kultur- und Veranstaltungsort an der Grenze - Museumskonzept Haus Saargau“

1993 hat der Landkreis Saarlouis im Wallerfanger Ortsteil Gisingen ein lothringisches Bauernhaus erworben und in der Folge stilecht restauriert. Dieses sogenannte Haus Saargau wurde 1998 eröffnet.  Seit dieser Zeit hat sich das Haus zu einem dynamischen Kulturort multifunktionaler Nutzung entwickelt, mit  einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm von März bis Oktober eines jeden Jahres.  Das im Rahmen von LEADER geförderte Museumskonzept erweitert das Angebot des Haus Saargau um neue Themenschwerpunkte, die auch auf die Leitlinien des Tourismuskonzeptes des Landkreises Saarlouis abgestimmt sind. Zu den Themen zählen  Brauchtum, Regionalgeschichte, Wirtschafts- und Industriegeschichte, Industrie und Natur, Architektur, Möbelkunde, und Lokales Funkeln. Bestehendes wird überarbeitet und ergänzt, neue Schwerpunkte werden ausgearbeitet. Da das Haus Saargau nah an der deutsch-französischen Grenze liegt, widmet sich ein Schwerpunkt dem Thema Grenze: die Grenze als Chance und Herausforderung. Und so entstehen im Obergeschoss des Hauses drei neue Themenschwerpunkträume mit Alleinstellungsmerkmalen und unter Mithilfe von Kooperationspartnern wie dem Museum für Aberglauben in Rubenheim unter Leitung von Gunter Altenkirch. Für die Umsetzung des LEADER-Projektes Haus Saargau wird eine Zuwendung aus Mitteln des Landes und der Europäischen Union (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes – ELER) nach dem Saarländischen Entwicklungsplan für den ländlichen Raum 2014-2012 im Rahmen von LEADER gewährt. Die Gesamtkosten in Höhe von 51.888,92 € (brutto) werden demnach  mit 75% gefördert. Weitere Informationen erhalten Sie online unter http://ec.europa.eu/agriculture/rural-development-2014-2020/index_de.htm und www.eler.saarland.de

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